Ben im Geschirrschrank

Tag 44 | Noch zweimal schlafen…

Aus meinem Eichhörnchentagebuch vom 13.10.2016:

Übermorgen ist es soweit: Unsere Hörnchen ziehen in die Außenvoliere um. Ich freu mich darauf und bin zugleich ein bisschen wehmütig. Die Kinder werden langsam erwachsen und mit dem Kuscheln ist es nun vorbei. Aber genau so soll es sein, denn wenn Henry, Max und Ben nach ihrer Auswilderung ein gutes Eichhörnchenleben in Freiheit haben sollen, ist eine enge Bindung an Menschen nicht hilfreich.

In den letzten Tagen haben wir die Voliere fertiggestellt und eingerichtet. Mit vier Quadratmetern Grundfläche ist sie nicht ganz so groß, wie ich es mir gewünscht hätte. Dafür steht sie jedoch auf der überdachten Terrasse und ist von oben und zwei weiteren Seiten vor Wind und Wetter geschützt.

Auch mit Blick auf die Silvesternacht bin ich froh, die Tiere direkt am Haus zu haben. Der Lärm und Geruch des Feuerwerks ist für Tiere äußerst beängstigend und ich habe jetzt schon Bammel davor, wie unsere Hörnchen zum Jahreswechsel damit zurecht kommen werden. Wir selbst böllern ohnehin nicht, aber ich hoffe dass wir die Tiere durch den geschützten Standort auch gut vor dem Feuerwerk der Nachbarschaft abschirmen können.

Nun bin ich unglaublich gespannt, wie es unseren Hörnchen in der Voliere gefallen wird. In den vergangenen Wochen haben wir schon begonnen, die Jungtiere mit Ästen, Tannengrün und Rindenmulch vertraut zu machen. Ab übermorgen werden sie dann zum ersten Mal die Geräusche des Windes und das Rascheln der Blätter hören, das erste Mal kühle Nächte erleben und feuchtkalten Morgentau.

Ob auch andere tierische Besucher vorbeischauen werden?

Ein letztes Mal setze ich alle drei auf die Waage, aber da alle drei sich weigern dort stillzuhalten, kann ich hier nur ungefähre Ergebnisse liefert. Max und Henry wogen bei ihrer Ankunft bei uns 39 bzw. 42 Gramm, jetzt sind beide bei ca. 260 Gramm. Der kleine Ben hat es immerhin auf 200 g gebracht. Ganz beachtlich, wenn man bedenkt, dass er zu Beginn nur halb so schwer war wie seine  Geschwister.

Ben ist nach wie vor etwas ruhiger als seine Brüderchen und während Henry und Max sich balgen, knabbert er lieber an ein paar frischen Zweigen vom Apfelbaum aus dem Garten. Wenn die anderen ihm allerdings sein Futter streitig machen wollen, setzt er sich energisch und sehr erfolgreich zur Wehr. Sorgen brauchen wir uns um ihn nicht mehr machen. Er wird ein genauso gutes Leben in Freiheit haben wie seine Geschwister.

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