Unser Sorgenkind Ben

Tag 9 | Unser kleines Sorgenkind

Um unser kleinstes Hörnchen Ben haben wir uns große Sorgen gemacht. Von Anfang an war er deutlich kleiner und schwächer als seine Brüder. Als dann beim Atmen ungewöhnliche Geräusche zu hören waren, haben wir ihn zum Tierarzt gebracht.

Könnt ihr euch vorstellen, wie der Tierarzt versuchte, dem winzigen Eichhörnchenbaby mit dem großen Stethoskop die Lunge abzuhören? Schließlich hielt er sich den Winzling direkt ans Ohr, um dessen Atemgeräusche zu überprüfen. Wie wir schon befürchet hatten, diagnostizierte der Arzt eine Lungenentzündung.  Armer kleiner Ben! Ausgestattet mit Medikamenten fuhren wir wieder nach Hause.

Das sind 0,05 ml! Bens Dosis für das Antibiotikum.

Unser Sorgenkind sollte ab sofort dreimal täglich ein Antibiotikum und ein Aufbaupräparat bekommen. Dazu ein Medikament zum Aufbau der Darmflora, die durch das Antibiotikum stark leidet, wie bei uns Menschen auch. Bei nur 39 g Körpergewicht war die Dosis winzig: 0,05 ml Antibiotikum ins Mäulchen. In einer 1 ml-Spritze muss man dafür ganz vorn nur ein klitzekleines Stück aufziehen. Das ist kaum mehr als ein Tropfen.

Der Tierarzt empfahl auch, Ben von seinen Geschwistern zu trennen, bis er wieder ganz gesund ist. Wenn möglich, sollte ich ihn viel am Körper tragen, um ihn zu wärmen. Und es würde ihn beruhigen, einen Herzschlag spüren zu können.

Von da an war Ben immer dabei, während ich am Schreibtisch saß und am Computer arbeitete oder Entwürfe für meine Druckgrafiken zeichnete. Nur während ich schlief legte ich ihn in sein Nest, gewärmt von einer kleinen Wärmematte aus dem Heimtierbedarf. Meine Sorge war zu groß, ihn im Schlaf aus Versehen einzuklemmen.

Dem Kleinen ging es gar nicht gut. Und wenn ich nachts alle zwei Stunden zum Füttern der Hörnchen aufstand, war ich jedesmal froh zu sehen, dass er noch atmete.

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